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Medienrechte und Sponsoring der Bundesliga 2026: Wer zahlt was bis wann

Die 36 Profiklubs erhalten aus den nationalen Medienrechten 1,121 Milliarden Euro je Saison bis 2028/29. Der Gesamtumsatz beider Ligen lag 2024/25 bei 6,33 Milliarden Euro. Seit Mai 2026 vermarktet die Bundesliga Media GmbH, das Kartellamt hat 50+1 im August 2026 mit Auflagen gebilligt. Dieses Dossier hält Verträge, Zahlen und Verfahren fest.

Von Kai Ostermann, Redakteur Sportbusiness, Politik & Förderung

8 Min. Lesezeit
Medienrechte und Sponsoring der Bundesliga 2026: Wer zahlt was bis wann
Symbolbild: Die Leistungsträger (KI-generiert)

Stand: 11. September 2026. Aktualisierung bei jeder Rechtevergabe, jedem Wirtschaftsreport, jedem gemeldeten Abschluss mit Bundesliga-Bezug; Änderungsprotokoll am Ende.

1. Die Antwort in Zahlen

Die 36 Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga erhalten aus den nationalen Medienrechten 1,121 Milliarden Euro je Saison, vergeben am 5. Dezember 2024 für 2025/26 bis 2028/29, in Summe 4,484 Milliarden Euro, rund zwei Prozent mehr als im Zyklus zuvor. Der Gesamtumsatz beider Ligen lag in der Saison 2024/25 bei 6,33 Milliarden Euro (plus 7,9 Prozent), so der DFL-Wirtschaftsreport vom 26. Januar 2026. Die Bundesliga allein erlöste 5,12 Milliarden Euro (plus 6,7 Prozent), die 2. Bundesliga 1,21 Milliarden Euro (plus 13,1 Prozent). Die nationalen Medienrechte machen damit rund 18 Prozent des Umsatzes aus; der Rest kommt aus internationalen Rechten, Werbung, Spielbetrieb, Transfers, Merchandising und Sonstigem, in Anteilen, die die DFL im Bericht ausweist und die dieses Dossier bei der nächsten Aktualisierung nachträgt.

2. Die nationalen Medienrechte 2025/26 bis 2028/29

Die Vergabe vom 5. Dezember 2024 verteilt die Pakete so:

Paket Rechteinhaber
Bundesliga Einzelspiele Freitag und Samstag Sky
2. Bundesliga komplett Sky
Samstagskonferenz, Sonntagsspiele DAZN
Saisoneröffnung, Supercup, Relegation (Free-TV) Sat.1
Zusammenfassungen Samstag-, Freitag-, Sonntagabend (Erstverwertung) ARD
Samstagabend-Zusammenfassung, Topspiel-Zweitverwertung, Montags-Zusammenfassungen ZDF
Topspiel 2. Bundesliga, Pay-Clips on demand RTL
Sonntagmorgen-Highlights Sport1
Kurzclips ab Montag Axel Springer
Audiorechte (UKW, Web, Mobil) ARD

Steffen Merkel, Geschäftsführer der DFL, sagte bei der Vergabe: „Das Ergebnis unterstreicht die ungebrochene Popularität des deutschen Profifußballs.“ Marc Lenz, ebenfalls Geschäftsführer, nannte die finanzielle Sicherheit die „zentrale Grundlage für positive Entwicklung“. Der Zuwachs von zwei Prozent über einen Zyklus von vier Jahren liegt deutlich unter der allgemeinen Preissteigerung seit 2021; real ist der nationale Rechtewert gesunken. Das ist die strukturelle Nachricht dieses Zyklus, und sie erklärt, warum die DFL ihre Vermarktung im Mai 2026 neu aufgestellt hat.

Die internationalen Medienerlöse weist die DFL nicht je Vertrag aus. Dieses Dossier nennt sie erst, wenn eine Quelle der Liga oder ein Geschäftsbericht sie beziffert.

3. Wer vermarktet: die DFL-Gruppe seit Mai 2026

Am 28. Mai 2026 hat die DFL ihre Gruppe in drei Einheiten geordnet. Die DFL GmbH bleibt die Mutter und verantwortet Klub- und Verbandsfragen, Sport, Recht, Finanzen, Politik und Lizenzierung; Geschäftsführer sind Marc Lenz und Steffen Merkel, im Management Jörg Degenhart (Finanzen, IT, Organisation), Jürgen Paepke (Recht), Philip Sagioglou (Kommunikation und Unternehmensentwicklung) und seit 1. Juli 2026 Benjamin Schmedes als Sportdirektor. Die neue Bundesliga Media GmbH bündelt nationale und internationale Medienrechte, Digitales, Content, Sponsoring und Marketing; Geschäftsführer sind ebenfalls Lenz und Merkel, Aufsichtsratsvorsitzender ist Axel Hellmann, im Management Peer Naubert (Chief Commercial Officer) und Bastian Zuber (Chief Product and Technology Officer). Dazu kommen Sportcast, Sportec Solutions, Liga Travel und die Bundesliga Stiftung. Das Präsidium des DFL Deutsche Fußball Liga e.V. bleibt bestehen und besetzt die Gremien der Bundesliga Media.

Für Verhandlungspartner heißt das: Wer Rechte oder Sponsoring auf Ligaebene kaufen will, spricht seit Sommer 2026 mit Bundesliga Media, nicht mehr mit der DFL GmbH.

4. Sponsoring: die Abschlüsse in der Zählung

Die Leistungsträger zählt Abschlüsse aus Primärmeldungen. Volumina stehen nur, wenn Beteiligte sie nennen. Stand der Zählung seit 26. August 2026:

Datum Beteiligte Gegenstand Laufzeit Volumen
26. August 2026 Bundesliga, Bundesliga Stiftung, Sporthilfe Kampagne „Bereit für Großes“, Partnerschaft für Nachwuchsförderung mindestens bis 2030 nicht genannt
27. August 2026 Bundesliga Media, EA SPORTS Verlängerung der Lizenz seit 1998 (EA SPORTS FC 27, Mobile, Online, Virtual Bundesliga, TRACAB-Daten) „langfristig“ nicht genannt
8. September 2026 SPORTEUROPE.TV (DOSB New Media), Infront/IIHF Eishockey-WM-Rechte bis 2031, ab 2027 auch Benelux 2029 bis 2031 nicht genannt
9. September 2026 Hertha BSC, BearingPoint Innovationspartner: Cloud-Migration, Prozesse, KI, Nachwuchsprogramm unbefristet, Ausbau geplant nicht genannt

Vier Abschlüsse, null Summen. Das ist kein Zufall der Auswahl, sondern die Regel im deutschen Sportmarkt: Volumina werden fast nie genannt. Die Fachpresse nennt Schätzungen; sie stehen hier nicht, weil sie kein Beleg sind. Für Ligasponsoren, Trikot- und Ausrüsterverträge der 36 Klubs baut dieses Dossier ein Register auf, das mit jedem gemeldeten Abschluss wächst.

5. Investoren und 50+1

Das Bundeskartellamt hat sein Verfahren zur 50+1-Regel am 12. August 2026 abgeschlossen. Ergebnis: Die Regel ist kartellrechtlich zulässig, wenn die DFL sie konsistent anwendet. Drei Bedingungen nennt das Amt: Alle Klubs müssen Fans denselben Zugang zur stimmberechtigten Mitgliedschaft eröffnen; die DFL muss die Regel in ihren eigenen Versammlungen und Beschlüssen einheitlich anwenden; die Förderausnahme, die Bayer Leverkusen, dem VfL Wolfsburg und der TSG Hoffenheim Mehrheiten von Unternehmen oder Einzelpersonen erlaubt hat, muss abgeschafft werden. Den vorgeschlagenen Bestandsschutz für Leverkusen und Wolfsburg hält das Amt für unzureichend: Am Ende müssten für alle Klubs vergleichbare Wettbewerbsbedingungen gelten. Präsident Andreas Mundt betonte, ein Verbot sei nicht geplant; das Amt zeige der Liga, wie sie die Regel rechtssicher anwenden könne. Sanktionen gibt es keine.

Für Investoren bleibt damit die Beteiligung an Kapitalgesellschaften der Klubs unterhalb der Stimmenmehrheit der Muttervereine der einzige Weg. Wie die DFL die Förderausnahme abwickelt und in welcher Frist, ist die offene Frage der Saison; die DFL-Mitgliederversammlung ist das Gremium dafür.

6. Die Klubs in Zahlen

Aus dem Wirtschaftsreport 2024/25: 13 Bundesligisten und 15 Zweitligisten schrieben Gewinne (Vorjahr 9 und 8). Das Eigenkapital der Bundesliga überstieg mit 2,17 Milliarden Euro erstmals zwei Milliarden. Das operative Ergebnis des Profifußballs lag bei 271,5 Millionen Euro. Beide Ligen zahlten 1,7 Milliarden Euro Steuern und Abgaben, beschäftigten 64.122 Menschen (plus 3,9 Prozent) und verkauften fast 21 Millionen Tickets. Klubzahlen aus dem Bundesanzeiger (Jahresabschlüsse der Kapitalgesellschaften) ergänzt dieses Dossier im Cluster Vereinsfinanzen.

7. Daten, Gaming, Ausrüster: die zweite Erlösschicht

Neben Medienrechten und Sponsoring baut die Liga eine Schicht aus Daten- und Lizenzgeschäften. Die EA-SPORTS-Verlängerung vom 27. August 2026 ist das älteste Beispiel: Die Lizenz besteht seit 1998, umfasst Klubs, Spieler und Stadien in EA SPORTS FC 27, FC Mobile und FC Online, die Virtual Bundesliga als offiziellen Wettbewerb und die Auszeichnungen „Player of the Month“ und „Player of the Season“. Neu ist die Einbindung von TRACAB-Tracking-Daten, die die DFL-Tochter Sportec Solutions erhebt. Damit verdient die Liga an denselben Positionsdaten zweimal: einmal über die Medienpartner, die sie in Übertragungen nutzen, einmal über das Spiel. Die DFL meldete im September 2026 zudem Ideen zur Nutzung von 3D-Spieldaten aus ihrem Innovationsprogramm; Erlöse daraus sind nicht beziffert.

Ausrüsterverträge der Klubs (adidas, Puma, Nike und andere) laufen dezentral. Die Newsrooms der Ausrüster veröffentlichen Abschlüsse ohne Summen; dieses Dossier nimmt sie in das Register auf, sobald Klub oder Ausrüster sie melden.

8. Free-TV, Pay-TV, Streaming: was die Verteilung bedeutet

Der Zyklus 2025/26 bis 2028/29 hält die Grundverteilung des Vorgängers: Live-Rechte fast vollständig im Pay-Bereich (Sky, DAZN), Free-TV nur für Saisoneröffnung, Supercup und Relegation (Sat.1) sowie für Zusammenfassungen (ARD, ZDF, RTL, Sport1). Für Sponsoren heißt das, dass die Reichweite eines Trikotsponsors am Samstagabend in der ARD-Zusammenfassung entsteht, nicht im Live-Spiel; für Klubs, dass die Sichtbarkeit im Free-TV auf Highlights beschränkt bleibt. Die DFL hat für Zahlen zur Nutzung einzelner Pakete keine öffentliche Quelle; Reichweitendaten der Sender gelten hier nur als Hinweis.

9. Spielbetrieb und Ticketing

Der dritte Erlösblock ist der Spielbetrieb. Beide Ligen verkauften 2024/25 fast 21 Millionen Tickets, ein Rekord laut Wirtschaftsreport. Die DFL hat am 10. September 2026 die Spiele beider Ligen bis Ende November zeitgenau angesetzt; für Klubs und Sponsoren ist das die Planungsgrundlage für Hospitality und Aktivierung im Herbst. Außerhalb des Fußballs zeigt der Deutsche Handballbund, wie Verbände Großereignisse vermarkten: Für die Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland hat er am 2. September 2026 neue Ticketkontingente ab 4. September angekündigt. Erlöse aus Ticketing weist keine Liga je Klub aus; die Klubzahlen kommen aus dem Bundesanzeiger.

10. Termine und Fristen

Datum Was
bis Ende November 2026 Zeitgenaue Ansetzungen der Bundesliga und 2. Bundesliga veröffentlicht (DFL, 10. September 2026)
Saison 2026/27 Umsetzung der Kartellamtsauflagen zu 50+1 durch die DFL-Gremien, Frist nicht veröffentlicht
Erstes Quartal 2027 DFL-Wirtschaftsreport 2025/26
Saison 2028/29 Ende des laufenden nationalen Medienrechte-Zyklus

Was das für Entscheider heißt

Wer bis 2028/29 mit der Liga plant, plant mit stagnierenden nationalen Medienerlösen und wachsendem Druck auf Sponsoring, Digitales und internationale Rechte; genau dafür ist Bundesliga Media gebaut. Sponsoren sollten ihre Verträge auf Klauseln prüfen, die an TV-Reichweiten hängen, denn die Pakete sind bis 2029 fest, die Reichweiten nicht. Klubs mit Investorenplänen wissen seit August, was das Kartellamt duldet und was nicht. Und wer Volumina wissen will, wird sie in Bundesanzeiger-Abschlüssen finden, nicht in Pressemitteilungen.

Kurz gesagt: 1,121 Milliarden je Saison bis 2029, real weniger als zuvor, und die Vermarktung liegt seit Mai in einer neuen Gesellschaft.

Änderungsprotokoll

    1. September 2026: Erstfassung mit vier gezählten Abschlüssen. Umsatzanteile je Erlösquelle aus dem Wirtschaftsreport und Klubregister folgen.

Quellen