AnalyseKöpfe3 Min. Lesezeit
DOSB-Findungskommission scheitert mit Mronz-Empfehlung
Eine Findungskommission des DOSB scheiterte am 4. Oktober 2026 in Oberhaching damit, die stärksten Mitgliedsorganisationen von einer neuen Führungsgruppe unter Michael Mronz vorab zu überzeugen, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Von Juliane Wendt, Redakteurin Vereine, Verbände, Trainer & Personalien

Eine Findungskommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) scheiterte am 4. Oktober 2026 in Oberhaching damit, die stärksten Mitgliedsorganisationen von einer neuen Führungsgruppe unter Michael Mronz vorab zu überzeugen, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Mindestens ein Dutzend Spitzenverbände, darunter Wintersportverbände, Leichtathletik und der Ruderverband, lehnten die Empfehlung ab. Weder die Landessportbünde noch die Spitzenverbände wollten sich auf die Unterstützung von Mronz festlegen.
Warum die Findungskommission keine Wahlbefugnis hat
Die Findungskommission beschrieb sich selbst als Initiative ohne eigene Wahl- und Nominierungsbefugnis, berichtet die FAZ am 4. Oktober 2026. Sie hatte nach fünf Sitzungen Michael Mronz, 59 Jahre alt und IOC-Mitglied, als ersten Kandidaten für die Nachfolge von Thomas Weikert als DOSB-Präsident erklärt. Die Kommission schlug ein Personaltableau vor, das neben Mronz als Präsident die DOSB-Vizes Martin Engelhardt und Kerstin Holze sowie Silke Renk-Lange, Gewichtheberpräsident Florian Sperl und Fritz Joussen umfasste, berichtet die Süddeutsche Zeitung am 2. Oktober 2026.
Die Vertreter der Spitzenverbände und Landessportbünde vertagten sich am 2. Oktober 2026 und gaben keine offizielle gemeinsame Empfehlung ab. Eine solche soll allenfalls Anfang November folgen, berichtet die Süddeutsche Zeitung.
Welche Verbände gegen Mronz opponieren
Nach Informationen der FAZ gibt es Widerstand gegen den Mronz-Vorschlag unter anderem in einem Dutzend Spitzenverbänden. Ein Vertreter der Winterfraktion bestätigte der FAZ, die Personalplanung für Mronz nicht zu unterstützen. Der Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV), Jörg Flechtner, beansprucht im Namen der Mehrheit der Wintersportarten eine Position im DOSB-Präsidium, berichtet die FAZ am 4. Oktober 2026.
Auf einer Sitzung wehrten sich einflussreiche Verbände gegen den Plan, Michael Mronz als DOSB-Präsidenten durchzusetzen, berichtet die Süddeutsche Zeitung am 4. Oktober 2026. Welche konkreten Einwände die Verbände gegen Mronz vorbringen, nennen die Berichte nicht.
Wer als Gegenkandidat bereitsteht
DOSB-Vizepräsident Martin Engelhardt, Präsident der Deutschen Triathlon Union, steht als potentieller Gegenkandidat zur Wahl im Dezember 2026 bereit, berichtet die FAZ am 4. Oktober 2026. Engelhardt hat intern sein Interesse an einer Kandidatur für das DOSB-Präsidium erklärt. Er war neben Michael Mronz der zweite Kandidat, der vor der Findungskommission sprach, berichtet die Süddeutsche Zeitung am 2. Oktober 2026.
Die Neuwahlen des DOSB-Präsidiums finden Anfang Dezember 2026 in Frankfurt statt, berichtet die FAZ. In den vergangenen zwei Jahrzehnten kam es im DOSB nur zweimal zu einer Kampfabstimmung ums Präsidentenamt, berichtet die Süddeutsche Zeitung am 4. Oktober 2026.
Was das für Entscheider heißt
Entscheider in Spitzenverbänden und Landessportbünden müssen bis zur Wahl Anfang Dezember 2026 in Frankfurt entscheiden, ob sie Mronz oder einen Gegenkandidaten wie Martin Engelhardt unterstützen. Die Abstimmung könnte erstmals seit Jahren zu einer Kampfwahl führen. Wer im DOSB-Präsidium sitzt, entscheidet über die Verteilung der Bundesförderung und die Strategie für künftige Olympiabewerbungen. Michael Mronz kündigte im September in Baden-Baden den deutschen Olympiabewerber an, berichtet die Süddeutsche Zeitung am 4. Oktober 2026.
Kurz gesagt
Die Findungskommission des DOSB scheiterte am 4. Oktober 2026 mit ihrer Empfehlung für Michael Mronz als Präsident, weil mindestens ein Dutzend Spitzenverbände die Personalplanung ablehnen und Martin Engelhardt als Gegenkandidat bereitsteht.