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Premier League befand Manchester City in über 100 Fällen schuldig
Eine unabhängige Kommission der Premier League befand Manchester City am 30. September 2026 in mehr als 100 Anklagepunkten wegen Verstößen gegen die Finanzregeln für schuldig, berichtet die FAZ.
Von Kai Ostermann, Redakteur Sportbusiness, Politik & Förderung

Eine unabhängige Kommission der Premier League befand Manchester City am 30. September 2026 in mehr als 100 Anklagepunkten wegen Verstößen gegen die Finanzregeln für schuldig, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Die Verstöße beziehen sich auf den Zeitraum zwischen den Spielzeiten 2009/10 und 2017/18 und summieren sich laut Spiegel auf mehr als 900 Millionen Pfund, umgerechnet 1,05 Milliarden Euro. Der Club kündigte Rechtsmittel an.
Mechanismus: Scheinverträge mit Abu-Dhabi-Sponsoren
Manchester City soll zwischen 2009 und 2018 Geldspritzen seines Eigentümers aus Abu Dhabi als Sponsoreneinnahmen vertuscht haben, um die Finanzregeln der Liga zu umgehen, berichtet die FAZ. Der Club soll über neun Jahre mit Scheinverträgen die Einnahmen erhöht und die Kosten gesenkt haben. Im Mai 2013 fehlten Manchester City 9,9 Millionen Pfund zur Einhaltung der UEFA-Finanzregeln, die durch modifizierte Sponsorenverträge mit Abu-Dhabi-Unternehmen gestopft wurden, berichtet die FAZ.
Die Kommission tagte zwischen dem 16. September 2024 und dem 6. Dezember 2024 an 42 Tagen, berichtet die FAZ. Sie erklärte laut FAZ: „Wir halten die dargestellten Anschuldigungen nach dem geltenden Standard für mehr als bewiesen." Eine weitere Sitzung zur Frage der Sanktionen wurde angekündigt, ein Termin ist nicht genannt.
Sanktionen offen, Rechtsmittel angekündigt
Welche Strafen die Premier League verhängen wird, ist nicht entschieden. Manchester City-Geschäftsführer Ferran Soriano kündigte Rechtsmittel an, mit einer Frist bis Freitag, berichtet die FAZ. Der Club reagiert mit der Strategie der Anfechtung und behauptet laut FAZ, die Untersuchung sei voller Fehler und eine Kampagne.
Die folgende Tabelle zeigt die Eckdaten des Verfahrens:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Anklagepunkte | mehr als 100 |
| Zeitraum der Verstöße | 2009/10 bis 2017/18 |
| Volumen | mehr als 900 Mio. Pfund (1,05 Mrd. Euro) |
| Sitzungstage der Kommission | 42 (16.9.2024 bis 6.12.2024) |
| Schuldspruch | 30. September 2026 |
Was das für Entscheider heißt
Der Schuldspruch gegen Manchester City ist der bislang größte Fall von Finanzverstößen in der Premier League. Für Verbände und Ligen bedeutet das: Die Durchsetzung von Finanzregeln wird zum Prüfstein für die Glaubwürdigkeit der Governance. Wer Regeln aufstellt, muss sie auch gegen die reichsten Clubs durchsetzen können, sonst verlieren sie ihre Wirkung.
Für Sponsoren und Investoren im europäischen Profifußball heißt das: Konstruktionen, die Eigentümerzuschüsse als Sponsoreneinnahmen tarnen, stehen unter verschärfter Beobachtung. Die Premier League hat gezeigt, dass sie bereit ist, auch gegen einen der erfolgreichsten Clubs der vergangenen Jahre vorzugehen. Andere Ligen dürften das Verfahren genau verfolgen, um ihre eigenen Kontrollmechanismen zu bewerten.
Für die Politik bedeutet der Fall: Die Frage, ob Finanzregeln im Profifußball ausreichen oder ob es staatliche Aufsicht braucht, wird wieder gestellt werden. Ob die Liga harte Sanktionen verhängt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
Kurz gesagt
Die Premier League befand Manchester City in mehr als 100 Fällen wegen Verstößen gegen Finanzregeln für schuldig, die Sanktionen sind offen, der Club kündigte Rechtsmittel an.