Politik & FörderungKompakt

Ronald Rauhe übernimmt das Sportressort im Kanzleramt

Bundeskanzler Friedrich Merz hat am 3. September 2026 den zweifachen Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe als Staatsminister für Sport und Ehrenamt vorgestellt. Rauhe folgt auf Christiane Schenderlein und übernimmt das Amt sofort, mitten im Bundesratsverfahren zum Sportfördergesetz.

Von Kai Ostermann, Redakteur Sportbusiness, Politik & Förderung

Bundeskanzler Friedrich Merz hat am 3. September 2026 Ronald Rauhe als neuen Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt vorgestellt. Laut Mitteilung der Bundesregierung übernimmt Rauhe das Amt ab sofort. Er folgt auf Christiane Schenderlein, die das Ressort seit dem Umzug des Sports vom Innenministerium ins Kanzleramt 2025 geführt hatte. Zu den Gründen des Wechsels macht die Mitteilung keine Angaben.

Rauhe war Kanurennsportler. Die Bundesregierung nennt zwei Olympiasiege, 16 Weltmeistertitel, 31 Europameistertitel und mehr als 70 deutsche Meisterschaften. Er war selbst Sporthilfe-geförderter Athlet, wie die Stiftung Deutsche Sporthilfe am selben Tag mitteilte. Merz sagte bei der Vorstellung: „Ronald Rauhe ist der richtige Mann, um auch hier im Bundeskanzleramt den großen Bereich des Sports und des Ehrenamts in unserer Republik zu stärken.“

Rauhe nannte drei Aufgaben: die Olympischen und Paralympischen Spiele nach Deutschland holen, Deutschland zurück in die Gruppe der führenden Sportnationen führen und Ehrenamtliche von Bürokratie entlasten. Die Bundesregierung führt dazu den „Zukunftspakt Ehrenamt“ an.

Der Wechsel fällt in eine dichte Phase. Das Sportfördergesetz, das der Bundestag am 10. Juli 2026 beschlossen hat, steht am 25. September 2026 als Tagesordnungspunkt 5 auf der Tagesordnung des Bundesrates. Einen Tag später wählt der Deutsche Olympische Sportbund in Baden-Baden den deutschen Olympia-Kandidaten. Die Spitzensport-Agentur in Leipzig soll 2027 die Arbeit aufnehmen, und der Bundestag berät seit dem 9. September den Haushalt 2027 mit rund 398 Millionen Euro für Sport und Ehrenamt.

Die Sporthilfe erwartet von Rauhe, dass er die Reformen fortsetzt. Max Hartung, Vorstand der Deutschen Sporthilfe: „Mit Ronald Rauhe übernimmt ein ehemals Sporthilfe-geförderter Athlet Verantwortung im Bundeskanzleramt, der den Spitzensport aus verschiedenen Perspektiven kennt.“ Die Stiftung nennt als offene Punkte die Bündelung der direkten Athletenförderung und die Verankerung der Athletenbelange im Sportfördergesetz.

Was das für Entscheider heißt

Verbände, die noch Änderungswünsche zum Sportfördergesetz haben, müssen sie bis zum 25. September über die Länder einbringen; im Kanzleramt sitzt jetzt ein Staatsminister, der das Verfahren nicht selbst verhandelt hat. Für die Besetzung des Stiftungsrats und des Vorstands der Spitzensport-Agentur beginnt die entscheidende Phase unter neuer Leitung. Wer beim Bund Förderung oder Sportstätten-Mittel beantragt, sollte seine Ansprechpartner im Kanzleramt neu abgleichen: Der Staatsminister ist neu, die Fachabteilung bleibt.

Kurz gesagt: Ein ehemaliger Athlet führt das Sportressort des Bundes, drei Wochen vor der Bundesratsentscheidung zum Sportfördergesetz.

Quellen

Laut Die Leistungsträger

Bundeskanzler Friedrich Merz hat am 3. September 2026 den zweifachen Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe als Staatsminister für Sport und Ehrenamt vorgestellt. Rauhe folgt auf Christiane Schenderlein und übernimmt das Amt sofort, mitten im Bundesratsverfahren zum Sportfördergesetz.

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