AnalyseSportbusiness2 Min. Lesezeit
FBL vermarktet Medienrechte ab 2027/28 mit Playoff-Option
Der Ligaverband FBL e.V. hat am 30. September 2026 den Verkauf der nationalen Medienrechte für die Frauen-Bundesliga 2027/28 und 2028/29 gestartet und bietet zwei Modus-Szenarien an, berichtet die Süddeutsche Zeitung.
Von Kai Ostermann, Redakteur Sportbusiness, Politik & Förderung

Der Ligaverband FBL e.V. hat am 30. September 2026 den Verkauf der nationalen Medienrechte für die Frauen-Bundesliga und den Supercup in den Spielzeiten 2027/28 und 2028/29 gestartet, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die 14 Klubs nehmen derzeit pro Jahr insgesamt rund 5,2 Millionen Euro aus Medienverträgen mit ARD, ZDF, Dazn, Sky, Sport1 und MagentaTV ein, seit der Saison 2024/25. Der Verband bietet den Medienpartnern zwei Szenarien an: ein evolutionäres mit Hin- und Rückrunde, bei dem der Meister nach der Tabelle feststeht, oder ein revolutionäres mit Playoffs um Meisterschaft, Auf- und Abstieg, das sieben zusätzliche Entscheidungsspiele brächte.
Zwei Modus-Optionen zur Auswahl
Das evolutionäre Szenario entspricht dem bisherigen Format mit 26 Spieltagen, 182 Partien pro Saison und der Meisterschaft nach Punkten. Das revolutionäre Szenario würde nach der Hauptrunde Playoffs einführen: Die ersten vier Teams spielen um die Meisterschaft, die Plätze 5 bis 10 um den Einzug in die Champions League, die letzten vier um den Klassenerhalt. Das brächte sieben zusätzliche Spiele und insgesamt 189 Partien pro Saison, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die 14 Bundesligaklubs entscheiden am 30. November 2026 über die Annahme des revolutionären Modus. VfL Wolfsburg und FC Bayern lehnen Playoffs ab, so der Bericht.
Umstrukturierung des Spieltags geplant
Unabhängig vom Modus soll der Spieltag umstrukturiert werden, laut Süddeutscher Zeitung. Statt sieben Anstoßzeiten auf vier Tage, inklusive Montag, sind drei feste Termine vorgesehen: eine Partie am Freitag, eine am Samstag und fünf gleichzeitig laufende Spiele am Sonntag als Konferenz. Pro Saison sollen 37 Partien frei empfangbar übertragen werden, auch die Playoffs sollen fürs Free-TV angeboten werden, berichtet die Zeitung. Einen konkreten Erlösziel-Wert für die Ausschreibung ab 2027/28 nennt der Bericht nicht.
Aktuelle Einnahmesituation seit 2024/25
Die 5,2 Millionen Euro pro Jahr verteilen sich auf die 14 Klubs, was durchschnittlich rund 371.000 Euro je Verein entspricht. Die aktuellen Verträge mit ARD, ZDF, Dazn, Sky, Sport1 und MagentaTV laufen bis zum Ende der Saison 2026/27. Einen Vergleichswert für die Vorjahre vor 2024/25 nennt der Bericht nicht. Die Ausschreibung umfasst die nationalen Medienrechte für die Frauen-Bundesliga und den Supercup in den Spielzeiten 2027/28 und 2028/29.
Was das für Entscheider heißt
Die Kopplung von Modus und Medienrechte-Vermarktung bedeutet, dass die 14 Klubs am 30. November 2026 nicht nur über den Spielbetrieb, sondern auch über die Erlösbasis ab 2027/28 entscheiden. Wer gegen Playoffs stimmt, verzichtet auf die sieben zusätzlichen Entscheidungsspiele, die der Verband den Medienpartnern als Verkaufsargument anbietet. Für Sponsoren und Medienpartner ist die Frage, ob die Playoff-Spiele im Free-TV die Reichweite und damit die Werbeerlöse steigern. Die Umstrukturierung des Spieltags auf drei feste Termine könnte die Planbarkeit für Sender und Werbetreibende erhöhen, wenn die Konferenz am Sonntag als festes Format etabliert wird.
Kurz gesagt
Der Ligaverband vermarktet die Medienrechte ab 2027/28 mit zwei Modus-Optionen, die 14 Klubs entscheiden am 30. November 2026 über Playoffs.