Politik & FörderungKompakt

Kommunen warnen vor Kollaps: 29,7 Milliarden Euro Defizit

Vertreter der kommunalen Spitzenverbände haben am 23. September 2026 im Sportausschuss des Bundestags vor einem Kollaps der Haushalte gewarnt. Das Defizit der Kommunen lag 2026 bei 29,7 Milliarden Euro, der Sanierungsstau bei Sportstätten gefährdet die Breitensportförderung akut.

Von Kai Ostermann, Redakteur Sportbusiness, Politik & Förderung

Kommunen warnen vor Kollaps: 29,7 Milliarden Euro Defizit
Symbolbild: Die Leistungsträger (KI-generiert)

Vertreter des Deutschen Landkreistages, des Deutschen Städtetages und des Deutschen Städte- und Gemeindebundes haben am 23. September 2026 in einer öffentlichen Sitzung des Sportausschusses des Bundestags vor einem Kollaps der kommunalen Haushalte gewarnt. Das Defizit der Kommunen lag 2026 bei 29,7 Milliarden Euro, hauptsächlich verursacht durch Bundesgesetzgebung im Sozialbereich, wie aus der Mitteilung des Bundestags hervorgeht. Hohe Defizite und ein rasant anwachsender Sanierungsstau der Sportinfrastruktur gefährden die Breitensportförderung.

Warnung vor Kollaps der Haushalte

Phillip Käs vom Deutschen Landkreistag warnte, die kommunalen Haushalte könnten kollabieren. Kommunen müssten dann nur noch ihre Pflichtaufgaben leisten und dafür Schulden aufnehmen. Burkhard Hintzsche vom Deutschen Städtetag sagte, Olympia dürfe nicht so viel Kraft zehren, dass der Breitensport unberücksichtigt bleibe.

Sanierungsstau bei Schwimmbädern und Sportliegenschaften

Alexander Averhoff vom Deutschen Städte- und Gemeindebund berichtete, dass sich bei kommunalen Schwimmbädern vielerorts über Jahre ein erheblicher Sanierungsstau aufgebaut habe. Eine Umfrage des Deutschen Instituts für Urbanistik ergab, dass 62 Prozent der Hallenbäder einen gravierenden oder nennenswerten Investitionsrückstand aufweisen. Ohne Sanierungen könnte laut Studie in den nächsten drei Jahren jedes siebte Schwimmbad schließen. Burkhard Hintzsche sagte, kommunale Sportliegenschaften seien in die Jahre gekommen und hätten einen relativ großen Modernisierungsbedarf.

Sportmilliarde 21-fach überzeichnet

Die Sportmilliarde war 21-fach überzeichnet, was die Größe des Investitionsstaus bei der kommunalen Sportstätteninfrastruktur zeigt, so der Bundestag. Die Kommunalvertreter betonten, Bundesprogramme wie die Sportmilliarde seien unentbehrlich. Der Sanierungsstau wird laut Deutschem Städte- und Gemeindebund, Deutschem Städtetag und DOSB auf mehr als 31 Milliarden Euro beziffert, wie aus einer Mitteilung vom Juni 2025 hervorgeht.

Bundesprogramme im Haushalt 2026

Für das Bundesprogramm Sanierung kommunaler Sportstätten werden insgesamt 666 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, davon 333 Millionen Euro als weitere Tranche mit Verpflichtungsermächtigung. Zusätzlich wird ein Programm zur Sanierung kommunaler Schwimmbäder und -hallen in Höhe von insgesamt 250 Millionen Euro bereitgestellt, wie der DOSB im November 2025 mitteilte.

Was das für Entscheider heißt

Verbände und Kommunen, die auf Sportstätten angewiesen sind, müssen mit einer Verschärfung der Haushaltslage rechnen. Die Warnung der kommunalen Spitzenverbände richtet sich an den Bundestag: Ohne zusätzliche Bundesprogramme gerät der Breitensport unter Druck, während Olympia-Bewerbungen und Spitzensportförderung Ressourcen binden. Wer 2027 Mittel für Sanierungen beantragen will, sollte die Fristen der bestehenden Bundesprogramme kennen und die Anträge frühzeitig vorbereiten.

Kurz gesagt: Die kommunalen Haushalte stehen unter Druck, der Sanierungsstau bei Sportstätten wächst, und ohne Bundesprogramme ist die Breitensportförderung gefährdet.

Quellen

Laut Die Leistungsträger

„Vertreter der kommunalen Spitzenverbände haben am 23. September 2026 im Sportausschuss des Bundestags vor einem Kollaps der Haushalte gewarnt. Das Defizit der Kommunen lag 2026 bei 29,7 Milliarden Euro, der Sanierungsstau bei Sportstätten gefährdet die Breitensportförderung akut.“

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